Innsbruck Informiert
Jg.2025
/ Nr.9
- S.5
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Gesamter Text dieser Seite:
© R. SUKOPF
© C. FORC
HER
Vom Livestream bis zum WC am
Gramartboden (Bild siehe unten):
Innsbruck lebt Barrierefreiheit.
Ob Campus Arzl, Gramartboden oder Gemeinderatssitzung: Innsbruck zeigt, dass
moderne Verwaltung immer barrierefreier ist.
B
arrierefreiheit ist in Innsbruck kein
Beiwort, sondern ein Grundprinzip
der Stadtverwaltung. In weiten Teilen des täglichen Lebens wird darauf geachtet, dass NutzerInnen gleichberechtigt
teilhaben können. Bürgermeister Ing. Mag.
Johannes Anzengruber, BSc – zuständig
etwa für die städtischen Beteiligungen –
bringt Projekte auf Schiene, bei denen
Barrierefreiheit konsequent mitgedacht
wird. Anzengruber ist für die Innsbrucker
Immobiliengesellschaft (IIG) verantwortlich. Die IIG baut Wohnungen, Sie saniert
und modernisiert Schulen oder Amtsgebäude – alles möglichst barrierefrei. Aufzüge und schwellenlose Zugänge bauen
buchstäblich Hürden ab. Überhaupt gänzlich barrierefrei sind Neuprojekte wie der
neue Kinder-Campus Arzl. Aber auch der
Bürgersaal im historischen Rathaus ist
nach einem Facelift für ältere Menschen
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INNSBRUCK INFORMIERT
genauso wie für Eltern mit Kinderwägen
ungehindert zugänglich.
Ein Gemeinderat für alle
Auch die Politik ist zugänglich und möglichst transparent. Innsbruck setzt hier
Maßstäbe. Seit dem Covid-Jahr 2020 werden die Gemeinderatssitzungen unter
www.innsbruck.gv.at/livestream live gestreamt und durch Schrift- oder Gebärdensprachdolmetschung ergänzt. Damit
ist die Stadt Innsbruck Vorreiterin bei barrierefreien politischen Formaten für hörbeeinträchtigte Menschen. Begleitet hat
das Projekt eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe im Stadtmagistrat, die sich seit
Jahren für Barrierefreiheit einsetzt – auch
im politischen Prozess. „Der barrierefreie Gemeinderat ist ein starkes Zeichen
für Transparenz, Gleichberechtigung und
Teilhabe“, legt Bürgermeister Johannes
Anzengruber Wert auf offene Politik. Nicht
von ungefähr zeichnete die Lebenshilfe
den Stadtmagistrat Innsbruck 2022 mit
dem Inklusionspreis aus.
Website: Besucherzahlen vervielfacht
Auch digital steht die Stadt Innsbruck für
Zugänglichkeit: Die städtische Website
www.innsbruck.gv.at funktioniert auf allen Geräten, ist barrierefrei und leicht verständlich. Im Juli 2024 führte das Land
Tirol eine Barrierefreiheitsüberprüfung
durch. Dabei konnten bereits 91 Prozent
der zuvor identifizierten technischen und
redaktionellen Schwächen behoben werden. Hohe Kontraste, eigene Bildbeschreibungen und von Screenreadern lesbare Inhalte – darunter auch Transkripte zu den
Folgen der beiden städtischen Podcasts –
das alles macht die Website nutzungsfreundlich. Dazu kommt Mehrsprachig-
Bürgermeister Ing. Mag. Johannes Anzengruber, BSc
Rathaus eingeladen, um über die eingereichten Ideen zu sprechen. Mehrere Vorschläge konnten sogar schon umgesetzt
werden oder werden bei zukünftigen Planungen berücksichtigt. „Barrierefreiheit
in der BürgerInnenbeteiligung bedeutet,
dass jede Stimme zählt – und jede oder
jeder sie auch tatsächlich abgeben kann.
Denn Mitbestimmung darf kein Privileg
sein, sondern muss für alle zugänglich
sein – analog wie digital“, betont der Bürgermeister.
Barrierefreiheit im Grünen
Barrierefreiheit beschränkt sich nicht
auf die Innenstadt – sie reicht bis in
den Naturraum. So wurde am beliebten
Gramartboden auf der Hungerburg kürzlich eine neue WC-Anlage errichtet –
selbstverständlich barrierefrei. Die moderne Automatiktoilette ist kostenlos
zugänglich, rollstuhlgerecht gestaltet und
mit einer Wickelmöglichkeit ausgestattet.
Eine Stadt für alle muss überall barrierefrei sein – auch im Wald. MF
Stadtgestaltung – leicht gemacht
Ebenfalls virtuell ist die städtische Beteiligungsplattform mitgestalten.innsbruck.gv.at.
Hier hat die Stadt Innsbruck ein Portal
eröffnet, an dem alle InnsbruckerInnen
ihre Ideen und Anliegen einbringen können. Völlig unkompliziert und zwar ganz
gleich, ob es um Verkehrsplanung, Stadtbegrünung oder neue Freizeitangebote
handelt. Auch diese Plattform ist auf digitale Barrierefreiheit ausgelegt. Neben eigenen Vorschlägen können NutzerInnen
auch über andere Ideen abstimmen, Umfragen beantworten und sich über aktuelle Projekte informieren. Seit dem Start
mit Jahresanfang wurden mehr als 260
Vorschläge eingereicht und vom Rathaus
beantwortet. BürgerInnen wurden ins
© M. KUEN
Barrierefrei bis in den Wald
keit: Alle Seiten werden automatisiert in
Deutsch, Englisch und Italienisch übersetzt. Mit sensationellem Erfolg: Seit dem
Relaunch haben sich die Besuchszahlen
versiebenfacht.
Im Vorjahr begann zudem die schrittweise Integration der externen Leichte-Sprache-Seite in die www.innsbruck.gv.at. In
diesem Zuge wurden nicht nur das Design angepasst, sondern auch die Inhalte ausgebaut – mit dem Ziel, Menschen
mit erhöhtem Unterstützungsbedarf den
Zugang zu Informationen zu erleichtern.
Mehr dazu auf Seite 19.
„Mir ist wichtig, dass
Barrierefreiheit nicht nur
mitgedacht, sondern auch gelebt
wird – ob online, im Gemeinderat
oder im Alltag. Innsbruck soll für alle
zugänglich und offen sein.“
INNSBRUCK INFORMIERT
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