Innsbruck Informiert

Jg.2026

/ Nr.1

- S.23

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Stadtgeschichte

Innsbruck vor 100 Jahren
Aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck von Agnes Muigg

15. Jänner
Ein betrunkener Student. Am Donnerstag um 5 Uhr früh randalierte ein Medizinstudent aus Bozen in der Maria-TheresienStraße. Trotz mehrmaliger Abmahnung
durch einen Schutzmann hörte er nicht auf
zu randalieren. Der Schutzmann brachte
ihn deshalb auf das Hauptwachzimmer.
Beim Transport über die Stiege klammerte er sich fest an das Stiegengeländer und
weigerte sich, ins Wachzimmer zu gehen.
Trotz mehrmaligen Zureden war er vom

7. Jänner
Herrenloser Autoreifen. Am Sonntag um
8 Uhr abends wurde in der Schidlachstraße ein Autoreifen gefunden, dessen Besit44

INNSBRUCK INFORMIERT

19. Jänner
Der Malerstreik in Innsbruck geht nun
schon in die vierte Woche und es ist noch
kein Ende abzusehen.
21. Jänner
Eine neue elektrische Schneekehrmaschine. Gestern wurden von der Lokalbahn
Innsbruck-Hall Probefahrten mit einer
neuen elektrischen Schneekehrmaschine unternommen. Sie ist selbstfahrend –
zum Unterschiede der früheren Schneekehrmaschine, die von einem Motorwagen
gezogen wurde – und ist für die Linie innerhalb des Stadtgebietes bestimmt, weil
sie nur für 500 Volt eingerichtet ist. Sie
besteht aus einem zweiachsigen Wagengestell, deren Achsen durch zwei Motoren
angetrieben werden. An jedem Ende des
Wagengestells befindet sich ein besonde-

27. Jänner
Verdächtiger Fund. Am 23. d. fand eine
Gastwirtin am Innrain im Abort eine Handtasche mit durchschnittenem Henkel. Die
Tasche dürfte jedenfalls von einem Taschendieb dort weggeworfen worden sein.
Sie ist eine schwarze Lederhandtasche mit
Messingverschluß, mit rötlich braunem
Tuche gefüttert, beiderseits innen sind aus
gleichem Stoffe angenähte kleine Taschen.
Die Tasche dürfte einer Frau aus dem Bauernstande entwendet worden sein.

30. Jänner
Von den städtischen Volksbädern. Die
Badekarten für die Volksbäder in der Jahnund Schulstraße werden von nun an nicht
mehr in den Geschäften, sondern in den
Bädern selbst ausgegeben. Bis auf weiteres ist das Bad in der Schulstraße auch
an Sonntagen vormittags geöffnet; dafür
bleibt es jeden Mittwoch geschlossen.
Das Bad in der Jahnstraße ist von nun an
bis auf weiteres täglich mit Ausnahme an
Sonntagen geöffnet.

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5. Jänner
Rauferei in einer Bar. Der Militärgagistenverband ersucht um die Feststellung, daß
es sich bei der kürzlich gemeldeten Rauferei in einer Bar in Innsbruck nicht um
einen aktiven Major, sondern um einen
Reserveoberleutnant gehandelt hat.

11. Jänner
Großen Unwillen erregte gestern das Motorrad E I-676, das nachmittags zum Rechenhof hinaufratterte, also zu einer Zeit,
wo massenhaft Ausflügler sich am Wege
befanden. Es ist nicht bekannt, daß der
Autoverkehr auf diesem den Spaziergängern gewidmeten Wege gestattet ist und
es stellt das schon eine starke Rücksichtslosigkeit dar, die bestraft werden soll.

Geländer nicht wegzubringen, weshalb
ihm ein Schutzmann mit einem Gummiknüttel zwei Schläge auf den Handrücken
versetzte. Er ließ dann los und konnte ins
Wachzimmer transportiert werden. […]

S

zer unbekannt ist. Der Reifen ist bei der
Polizei deponiert.

E

2. Jänner
Die Jahreswende in Innsbruck. Der Beginn des neuen Jahres ist in Innsbruck vollständig ruhig verlaufen. Während in der
Neujahrsnacht 1925 gleich zwei Totschläge und zahlreiche Raufereien zu verzeichnen waren, ist die heurige Neujahrsnacht
so ruhig verlaufen, daß die Zahl der Betrunkenen kaum den Wochendurchschnitt
erreichte. Das Frühlingswetter der Weihnachtsfeiertage hielt auch den Neujahrstag über an; es herrschte warmer Wind,
der fleißig Straßen und Gassen trocknete.

Gesamtansicht des Volksbades in der Schulstraße 4, heute Michael-Gaismair-Straße 4. Fotograf Walter Kreutz.

O

Luftaufnahme des Rechenhofes vom 28. August 1927, Fotograf Fritz Nickel

23. Jänner
Moderne Raumkunst. Der elegante Tanzsaal des Cafés Schindler hat einen neuen
Schmuck durch eine Glasdecke erhalten.
Die Ausstattung des Raumes, ein Werk des
Architekten Riesner-Wien, ist im LouisXVI-Stil gehalten, weshalb sich natürlich
auch die Decke diesen Stil anzupassen
hatte. Es galt, in der Zeichnung, besonders aber in der Farbe den richtigen Ton
anzuschlagen, der sowohl zu den Einrichtungen und Stoffbespannungen harmonierte als auch eine diskrete, vornehme
Wirkung für den Raum sicherte. Solche
Aufgaben sind manchmal schwieriger als
sie scheinen, wenn man vor der fertigen
Arbeit steht. Die Kassettendecke wurde
auf Braunrot und gelb gestimmt, sie wirkt
ebenso bei Tages- wie bei künstlichem
Licht, es scheint dem Besucher selbstverständlich, daß sie gerade so sein muß
wie sie ist, was vielleicht ein Zeichen dafür
sein mag, daß die Aufgabe in bester Weise gelöst wurde. Der Entwurf stammt von
Maler Gottlieb Schuller, die Ausführung
von der Tiroler Glasmalerei- und MosaikAnstalt in Innsbruck.

REGI

© STADTARCHIV/STADTMUSEUM (3)

rer Motor zum Antrieb der schräggestellten Walzenbürsten, die vom Führerstand
aus gehoben und gelenkt werden können.
In der Mitte des Wagens befindet sich
der von allen Seiten geschlossene Führerstand, von dem aus sowohl die Fahrmotore als auch die Kehrmotore betätigt
werden.

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Tanzsaal im Café Schindler, 1920er oder frühe 1930er-Jahre

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