Innsbruck Informiert
Jg.2026
/ Nr.2
- S.9
Suchen und Blättern in knapp 900 Ausgaben und 25.000 Seiten.
Gesamter Text dieser Seite:
© M. FREINHOFER, STADTARCHIV/STADTMUSEUM
Im Zuge der der Olympischen
Winterspiele 1976 erhielt Innsbruck mit
der Anschlussstelle Innsbruck-Wilten,
fertiggestellt im Juni 1975, eine zusätzliche
direkte Anbindung an die Brennerautobahn,
was die verkehrliche Erschließung der Stadt
weiter verbesserte. Im Hintergrund sieht man
die neugebaute Freiburger Brücke.
Die Olympischen Spiele waren Antrieb für die Stadtentwicklung von Innsbruck. Der
Ausbau des Südrings und zentraler Verkehrsachsen schuf ab den 1960er-Jahren
neue Verbindungen – und prägt die Stadt bis heute.
M
it den Olympischen Winterspielen
1964 und in weiterer Folge mit den
Spielen 1976 begann für Innsbruck
eine Phase tiefgreifender infrastruktureller Veränderungen. Die stark wachsende
Bedeutung von Mobilität und motorisiertem Individualverkehr machte den Ausbau
des Straßennetzes zu einer zentralen Zukunftsfrage. Großereignisse wie Olympia
wirkten dabei als Beschleuniger: Was geplant war, wurde rascher umgesetzt.
Ein Schlüsselprojekt dieser Zeit war der
Südring, der nicht nur als südliche Um-
16
INNSBRUCK INFORMIERT
fahrungsstraße, sondern auch als übergeordnete Verkehrsachse ausgebaut und an
die neuen verkehrstechnischen Anforderungen angepasst wurde. Ziel war es, den
innerstädtischen Verkehr zu entlasten und
zugleich zentrale Stadtteile besser miteinander zu verbinden – ein Anspruch, der
bis heute gilt.
Die Olympiabrücke
Ein Meilenstein war der Bau der Olympiabrücke, die in nur 16 Monaten errichtet und im Jänner 1964, vier Wochen vor
Beginn der Winterspiele, eröffnet wurde.
Als „Innsbrucks Bauwunder“ gefeiert,
überspannt sie die Gleisanlagen des
Hauptbahnhofs und verband erstmals die
Stadtteile Wilten und Pradl direkt miteinander. Die Brücke wurde zum Herzstück
der neuen Ost-West-Verbindung und zu
einem sichtbaren Symbol des olympischen Aufbruchs.
Stadt wächst nach Osten
Parallel dazu wurden mit der Andechsstraße und dem Langen Weg neue Ver-
kehrsachsen geschaffen, um die Stadterweiterungen im Osten zu erschließen. Mit
dem Bau der Grenobler Brücke (bis 1980
Reichenauer Brücke) und dem Verkehrsknoten an der Haller Straße verbesserte
sich die Anbindung von Neu-Arzl und dem
Olympischen Dorf deutlich. Diese Maßnahmen legten den Grundstein für die
Entwicklung ganzer Stadtteile.
Als westliches Pendant zu diesen Erschließungen wurde Ende der 1970er-Jahre mit
dem Bau der Holzhammerbrücke begonnen, die unter anderem eine wichtige
Verbindung zwischen Höttinger Au und
den östlichen Stadtteilen Reichenau und
Roßau herstellte. Anfang der 1980er-Jahre
fertiggestellt, wurde sie 1981 feierlich in
Freiburger Brücke umbenannt und schloss
die Ost-West-Achse im Stadtgebiet endgültig ab.
Überregionale Verbindung
Auch über die Stadtgrenzen hinaus wurde kräftig gebaut: In den 1960er- und
1970er-Jahren entstanden die A12 Inntal-
© C. FORC
Olympische Impulse
für die Stadt
HER
Die Olympiabrücke: Ein bauliches
Symbol der Winterspiele in
Innsbruck – verbindet heute wie
damals Stadtteile und Menschen.
„Die Olympischen Spiele haben Innsbrucks
Infrastruktur nachhaltig geprägt. Viele
der damaligen Projekte wirken bis heute.
Unsere Aufgabe ist es, diese Grundlagen
weiterzuentwickeln – angepasst an aktuelle
Mobilitätsbedürfnisse, den Klimaschutz und die
Lebensqualität in der Stadt.“
Stadträtin Mag.a Mariella Lutz
autobahn und die A13 Brennerautobahn.
Mit der Fertigstellung der Europabrücke
1963 und der vollständigen Verkehrsfreigabe der Brennerautobahn 1971 erhielt
Innsbruck eine neue Rolle als internationaler Verkehrsknotenpunkt. Rechtzeitig
vor den Olympischen Winterspielen 1976
wurde mit der Anschlussstelle InnsbruckWilten eine zusätzliche direkte Anbindung
geschaffen.
2026: Ausbau des Südrings
Was einst primär auf den motorisierten
Individualverkehr ausgerichtet war, wird
heute weiterentwickelt und an neue Anforderungen angepasst. Der Südring bleibt
eine der wichtigsten Verkehrsadern Innsbrucks und wird aktuell umfassend modernisiert. Neue Gleisanlagen und Haltestellen der Innsbrucker Verkehrsbetriebe
(IVB), sichere Geh- und Radwege sowie gezielte Begrünungsmaßnahmen machen
die Infrastruktur zukunftsfit.
Ziel ist es, den Verkehrsfluss zu optimieren, die Sicherheit zu erhöhen und den
öffentlichen Raum für alle Verkehrsteilnehmenden spürbar aufzuwerten. Bis zu
50 neue Bäume, zusätzliche Grünflächen
und eine klimaresiliente Gestaltung tragen dazu bei. Der vollständige Ausbau des
Südrings soll im Herbst 2026 abgeschlossen sein. MF
INNSBRUCK INFORMIERT
17