Innsbruck Informiert
Jg.2025
/ Nr.12
- S.23
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Gesamter Text dieser Seite:
Stadtgeschichte
Innsbruck vor 100 Jahren
bewegung in Innsbruck bezw. Tirol, wobei
den Kernpunkt der Debatte die Störungen
der Straßenbahn bildeten.
Aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck von Renate Ursprunger
© STADTARCHIV/STADTMUSEUM (4)
12. Dezember
Udet wieder in Innsbruck. Am Donnerstag mittags um halb 1 Uhr traf Oberleutnant Udet nach einem einstündigen Flug
aus München in Innsbruck ein und landete
glatt am Flughafen in der Reichenau. Bei
diesem winterlichen Flug machte sich
die strenge Kälte sehr stark bemerkbar.
Die neue Maschine, mit der Udet ankam,
ist über Auftrag eines Tiroler Fabrikanten
gebaut worden und Udet hatte sie selbst
nach Innsbruck abgeliefert.
Anfangs war Radiohören nur mit Kopfhörern möglich, um 1930
2. Dezember
Die Eisbahn an der Museumstraße, dort
wo neben dem Museum Ferdinandeum
der Brunnen plätschert und der Durchgang gegen das Gymnasium abzweigt, ist
in schönster Entwicklung begriffen. Der in
der letzten Nacht wehende Föhn peitschte den Wasserstrahl gegen den Weg, der
dann schon in den Morgenstunden eine
glatte Eisschicht zeigte. Gegen die Mittagszeit nahm die Schuljugend unter größtem
Gaudium den Sportbetrieb auf dieser Eisbahn auf und pflegte ihn so eifrig, daß am
gestrigen Nachmittag Passanten nur mit
größter Vorsicht den Durchgang passieren konnten, ohne zu Fall zu kommen. Wir
empfehlen dem Bauamt rechtzeitig für
Bestreuung der gefährlichen Passage mit
Sand oder Asche im Interesse der Sicherheit des Publikums zu sorgen.
3. Dezember
Austria-Tanzpalast. Was Schaffenskraft
zu zeugen vermag, beweist die in jüngster
Zeit erfolgte Umwandlung der Austria-Bar
in einen hochmodernen Tanzsalon. Dunkelrote, japanische Seidentapeten, sowie
Draperien und Baldachine aus dunkelro44
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ten Seidenrips, verleihen dem Lokale einen ungemein vornehmen Eindruck, der
durch eine aus Hunderten von Glühlichtern bestehende Konturen- und Deckenbeleuchtung ins Magische erhöht wird. Der
Entwurf für die prachtvolle Stätte stammt
vom Architekten Erfort. An der Schöpfung
haben sich Tapezierer Melzer, die Alpine
Holz-Industrie-Gef., das Elektrogeschäft
Schneider & Zösmayr und Malermeister
Gumbert beteiligt.
5. Dezember
Josef Flunger †. Gestern nachmittags
starb in der Innstraße der weitbekannte
Gasthofbesitzer zum „Goldenen Stern“
Herr Josef Flunger im 79. Lebensjahre.
Mit ihm scheidet ein Stück Alt-Innsbruck
aus dem Leben; der Sternwirt hielt seine
bekannte Gaststätte im altbürgerlichen
Stil; der „Goldene Stern“ war schon zur
Fuhrmannszeit einer der besuchtesten
Gasthöfe an der Straße, die zum Haller
Salzwerk führte. Bis in die jüngste Zeit war
der „Goldene Stern“ als Einkehrhaus besonders in konservativen Kreisen bekannt
und beliebt. Der Wirt J. Flunger, eine Natur
von altem Schrot und Korn, war im ganzen
Land volkstümlich, bis in die letzte Zeit
erfreute er sich rüstiger Gesundheit, erst
im vergangenen Sommer ließ sich der fast
Achtzigjährige es nicht nehmen, das „Neueste“ mit zumachen, einen Rundflug über
Innsbruck; er war der älteste Passagier des
jüngsten Verkehrsmittels.
Flugzeug „Tirol" der Tiroler Flugverkehrsgesellschaft mit
der Nummer A-25. Diese Udet V12 „Flamingo" diente ab
1926 als offizielle Rundflugmaschine, um 1927
15. Dezember
Die Gefährdung der Innsbrucker Universität. Wir haben Montag über die geplante
Verlegung der philosophischen und juridischen Fakultät der Universität Innsbruck
an die wiederzuerrichtende Universität in
Salzburg berichtet und unserer Besorgnis
über die dadurch entstehende Gefährdung
unserer Universität Ausdruck gegeben.
18. Dezember
Wucher mit Christbäumen. Seit Dienstag ist am Innrain der Christbaummarkt,
der Verkauf geht aber sehr flau, weil die
meisten Leute die geforderten Preise
nicht zahlen können. Für mittelgroße
Bäume werden 20 und noch mehr Schilling gefordert, bessere Bäume kosten von
30 Schilling aufwärts und einzelne Händler haben sogar die Unverschämtheit, für
spannenhohe Bäumchen einige Schillinge
zu verlangen. Es läge im Interesse der Bevölkerung, wenn das Marktamt die Preise
der Christbäume der Kaufkraft der Bevölkerung entsprechend regeln und öffentlich bekanntgeben würde, denn das Weihnachtsfest soll doch schließlich kein Anlaß
zum Auswurzen der Bevölkerung sein.
19. Dezember
Der Goldene Sonntag. Wie uns mitgeteilt
wird, werden die Geschäftsläden am Goldenen Sonntag, also morgen, in der Zeit
von 10 bis 12 und 2 bis 6 Uhr offen gehalten werden.
31. Dezember
Ein Gemäldeankauf der Stadt Innsbruck. In seiner vorletzten Sitzung vor
Weihnachten beschloß der Innsbrucker
Gemeinderat, ein Gemälde des bekannten Malers Thomas Riß anzukaufen, das
die Gestalt eines athletischen, an einen
Felsen gefesselten Mannes darstellt, der
in der tiefsten Trauer gesenkten Hauptes
den flügellahmen Tiroler Adler mit einer
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Reisende frequentierten gerne das Hotel Goldener Stern in
der Innstraße, um 1905
9. Dezember
Versammlung von Radioamateuren in
Innsbruck. Am 7. ds. Mts. fand im Café „Max“
eine Versammlung von Radioamateuren im
Beisein des offiziellen Vertreters der Tiroler Landesregierung und des Beirates der
„Ravag“, Ing. Latzer, statt. Die Versammlung
befaßte sich in einer lebhaften Aussprache
mit dem gegenwärtigen Zustand der Radio-
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Das Bild „Verlorene Heimat“ von Thomas Riss hing bis
zum Abbruch der Stadtsäle im dortigen Gemeinderatssaal.
Hand umfängt. Das Gemälde, das in verschiedenen Reproduktionen bekannt geworden ist, soll als Allegorie das um die
zerrissene Heimat trauernde Land Tirol
darstellen. Der Gemeinderat will durch
Erwerbung dieses Gemäldes, das an der
Stirnwand des Adlersaales angebracht
werden soll, ein dauerndes künstlerisches
Denkzeichen der Landeseinheit in seinem
Sitzungssaal errichten.
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