Innsbruck Informiert
Jg.2026
/ Nr.2
- S.22
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Stadtgeschichte
Olympische Winterspiele
Innsbruck 1976
Die zweiten Olympischen Winterspiele kamen für Innsbruck unerwartet.
Im Februar 1973 erhielt die Stadt den Zuschlag, nachdem Denver die
Austragung zurückziehen musste.
von Wolfgang Meixner
Zeitungsverkäufer
mit der Ausgabe der
Tiroler Tageszeitung vom
15.2.1976 zum Springen
auf der Großschanze am
Bergisel.
© STADTARCHIV/STADTMUSEUM INNSBRUCK /FOTO FRISCHAUF (3)
Bilanz der Spiele
Die Olympischen Winterspiele 1976 führten Athlet:innen und Besucher:innen aus aller Welt nach Innsbruck.
A
ls Motto wurden „einfache Spiele“ ausgerufen, denn kein anderer
Ort hatte fertige Sportanlagen in
dem Maße anzubieten wie Innsbruck. Zudem sollte das Motto Bedenken vor einem
olympischen Gigantismus nehmen und
eine „Rückkehr zur Vernunft“ demonstrieren. Im Rückblick zeigt sich, dass „Die einfachen Spiele“ nur als Slogan fungierten,
denn die vorhandenen Wettkampfstätten
waren veraltet und mussten massiv um-,
aus- und teilweise auch neu gebaut werden.
Die Bob- und Rodelbahnen in Igls wichen
einer Kunsteisbahn, die Bergiselschanze
wurde neu gebaut und auf dem Tivoligelände ein Eisschnelllaufring mit Kunsteis
angelegt. Die Sprunganlage in Seefeld wurde den neuen Erfordernissen angepasst,
ebenso das Olympia-Eisstadion und die
Messehalle. Dazu kamen völlig neue Pisten
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doch einfache Spiele“ und rettete damit
die Situation.
Das offizielle Plakat der Winterspiele hatte der Innsbrucker Grafiker Arthur Zelger
entworfen. Als Maskottchen fungierte ein
„Schneemandl“ mit rotem Trachtenhut.
Im Unterschied zum Jahr 1964 ließ das
Wetter die Veranstalter diesmal nicht im
Stich, da es kurz vor Beginn der Spiele
kräftig schneite. Zudem hatte das Bundesheer tonnenweise Schnee aus dem Wipptal zu den Austragungsstätten gebracht.
Nach dem Terrorangriff von München
1972 und der Wiener OPEC-Geiselnahme 1975 war die Sicherheit ein zentrales
Thema. Dafür wurden mehrere tausend
Polizist:innen aus ganz Österreich nach
Innsbruck abkommandiert.
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für die alpinen Bewerbe am Patscherkofel
und in der Axamer Lizum. Insgesamt kosteten die Sportstätten rund 332 Millionen
Schilling (ca. 95 Millionen Euro).
Darüber hinaus wurden bereits im Vorfeld
geplante Infrastrukturmaßnahmen vorgezogen, die anstelle von „Olympia-Ruinen“
eine sinnvolle Nachnutzung garantierten.
Wie bereits 1964 wurde das Olympische
Dorf für 1976 als Sozialwohnbausiedlung
errichtet. Es umfasste zudem ein Schulgebäude mit Dreifach-Turnhalle, ein Hallenbad mit Sauna sowie eine Mehrzweckhalle. Die heutige Pädagogische Hochschule
sowie der IVB-Betriebsbahnhof dienten
als Presse-, Radio- und Fernsehzentrum.
Am 4. Februar 1976 wurden die XII. Olympischen Winterspiele in Innsbruck eröffnet. 60.000 Menschen sahen die Eröffnungsfeier im Bergiselstadion und rund
750 Millionen weltweit am Fernseher. Im
Stadion brannten zwei olympische Feuer,
eines davon für die Spiele von 1964. Als bei
der Rede des damaligen Unterrichtsministers Fred Sinowatz das Mikrofon ausfiel,
reagierte dieser mit dem Sager: „Es sind
Österreichs sportliche Erwartungen waren
aufgrund der „Schmach von Sapporo“ hoch.
Da die damaligen Favorit:innen Karl Schranz
und Annemarie Moser-Pröll 1976 nicht
mehr antraten, ruhten die Hoffnungen auf
Franz Klammer, der 33 Hundertstelsekunden vor Titelverteidiger Bernhard Russi die
Abfahrt gewann. Die erfolgreichste Skirennläuferin war die Deutsche Rosi Mittermaier,
die zwei Goldmedaillen gewann.
Das Skispringen wurde zum Zweikampf
zwischen Österreich und der DDR. Letztere holte Gold und Silber auf der Normalschanze, Österreichs Karl Schnabl Gold auf
der Großschanze am Bergisel. Toni Innauer
erreichte Silber, nachdem er im ersten
Durchgang noch geführt hatte.
Erfolgreichste Nation war die Sowjetunion
mit 27 Medaillen (13x Gold), gefolgt von
der DDR mit 19 (7x Gold). Österreich belegte mit sechs Medaillen den 7. Platz vor
der Schweiz.
Langzeiteffekte der Winterspiele
für Innsbruck und Österreich
„Die einfachen Spiele“ kosteten insgesamt
rund 1,95 Milliarden Schilling (über eine
halbe Milliarde Euro), was das Stadtbudget
längerfristig belastete.
1976 waren neben Millionen an den Fernsehgeräten 1,5 Millionen Menschen bei
den Sportveranstaltungen dabei. Dadurch gelang es, die Winterspiele wieder populär zu machen und als völker-
verbindendes Sportfest zu vermarkten.
Innsbruck hatte sich als Stadt sportlicher
Großveranstaltungen etabliert: 1984 und
1988 folgte die Austragung der paralympischen Spiele sowie 2012 der Olympischen Jugend-Winterspiele (YOG). Die
Versuche, ein drittes Mal Olympische
Winterspiele nach Innsbruck zu bringen,
scheiterten an der Ablehnung in der Bevölkerung.
Das olympische Erbe in Innsbruck ist immer noch lebendig. Laut Umfragen nimmt
die Bevölkerung Innsbruck zwar in erster
Linie als Bildungs- und Universitätsstadt
wahr, an zweiter Stelle folgt jedoch bereits
das Prädikat „Sportstadt“ und an fünfter
Stelle „Olympiastadt“.
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