Innsbruck Informiert
Jg.2025
/ Nr.11
- S.10
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Gesamter Text dieser Seite:
Gemeinsam leben
© I . ULLMANN
Mit dem Referat
Referat „Frauen, Gleichstellung und Queer“
wird das Thema im Magistrat aufgewertet .
© R .KUBANDA
Die Stadt Innsbruck bietet eine große
Bandbreite an Lehrberufen – etwa als
VermessungstechnikerIn.
Gemeinsam gegen Gewalt –
Gewaltschutz funktioniert nur,
wenn wir uns solidarisieren.
Genau hinschauen
Erfüllende Lehre
Das haben sich Referentin Isabella Mitter und ihre Mitarbeiterin Eva KörberPichler vom Referat „Frauen, Gleichstellung und Queer“ vorgenommen.
Die Stadt Innsbruck bietet vielfältige Berufsausbildungen an.
Z
ahlreiche Lehrberufe bietet der Innsbrucker Stadtmagistrat an . Mit einer
Lehre bei der Stadt werden junge
Menschen auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet – in vielen verschiedenen, spannenden Bereichen . Ab November ist die
Bewerbung für einen städtischen Lehrberuf wieder möglich . Doch was zeichnet
eine Lehre bei der Stadt aus?
Vielfalt im Lehrberuf
Lieber im Büro oder im Garten? Im Archiv
oder im Wald? In der IT oder in der Mechanik? Insgesamt können zwölf verschiedene Lehrberufe im Innsbrucker Stadtmagistrat erlernt werden, die sich über fast alle
Ämter erstrecken . Ob als Bürokaufmann
oder -frau in der klassischen Verwaltung,
als GärtnerIn bei den Grünanlagen, als
ForstfacharbeiterIn, als Vermessungs-,
System- oder Bau- und LandmaschinentechnikerIn in den jeweiligen Ämtern der
Stadt Innsbruck: Auch wenn Aufgaben und
Einsatzorte verschieden sind, bietet ein
städtischer Lehrberuf in jedem Bereich
eine fundierte Ausbildung – und umfassende Begleitung .
Bestens begleitet
„Wir sind von Beginn an dabei und helfen unseren Lehrlingen gleich von Anfang
an, in ihrem Lehrberuf Fuß zu fassen“, erklärt die städtische Lehrlingsbeauftragte
Sabine Floßmann .
Über die gesamte Lehrzeit werden städtische Lehrlinge umfassend begleitet, vom
Onboarding-Prozess zu Beginn über zahlreiche Workshops und Weiterbildungsmöglichkeiten, etwa zu Datensicherheit
und Social Media, Löschtrainerschulun-
gen oder beruflichen Fortbildungen bis
hin zum Abschluss: „Insgesamt absolvieren derzeit 22 Lehrlinge ihre Lehre
bei uns“, freut sich Lehrlingsbeauftragte
Sabine Floßmann, die zudem diplomierte
Lehrlingsausbilderin ist .
Für ihre Lehrlingsarbeit wurde die Stadt
Innsbruck bereits mehrfach ausgezeichnet, etwa als „Ausgezeichneter Tiroler
Lehrbetrieb“ . Im Herbst 2025 wurde der
Stadt Innsbruck vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
zudem das Gütesiegel „Staatlich ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ für außergewöhnliche Leistungen in der Lehrlingsausbildung verliehen .
Weitere Infos zu den Lehrstellen der Stadt
Innsbruck unter: www .innsbruck .g v .at/
lehre . Alle Stellenausschreibungen unter:
karriere .innsbruck .g v .at . FB
I
nnsbruck informiert hat sich mit der
neu bestellten Referentin zu einem Interview anlässlich der Aktion „16 Tage
gegen Gewalt“ getroffen .
Warum sind Frauen immer noch häufiger von Gewalt betroffen?
Es stimmt, dass Frauen häufiger Opfer von Gewalt werden . Gewalt ist jedoch
kein reines Frauenthema, die Dunkelziffer
ist gerade bei Männern, aber auch queeren Personen sehr hoch . Frauen sind öfter
in Abhängigkeitsverhältnissen gefangen,
dann tun sie sich schwerer, Beziehungen
zu verlassen . Das kann heißen: Sie haben
Angst, die Kinder zu verlieren . Sie haben
vielleicht kein eigenes Einkommen oder
Konto . Es gibt also immer noch Gründe,
warum Frauen in gewalttätigen Beziehungen bleiben . Obwohl sich vieles an der allgemeinen Situation von Frauen verbessert
hat, bleibt hier noch einiges zu tun .
Kann man Gewalt vorbeugen?
Auf individueller Ebene ist das schwierig .
Hier müssen wir aufpassen, dass die Verantwortung für Gewalt nicht auf das Opfer abgeschoben wird . Gesellschaftlich hingegen
– ja . Und zwar, indem wir alle aufmerksamer
werden . Indem wir auch scheinbar kleine
Übergriffigkeiten nicht mehr akzeptieren .
Gewalt beginnt oft fast unmerklich, verbal,
als „Fürsorge“ getarnt, neigt aber dazu, zu
eskalieren . Sie wird häufiger, sie wird intensiver . Umso wichtiger ist es, zu Gewalt in all
ihren Formen zu sensibilisieren .
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INNSBRUCK INFORMIERT
Zu erreichen unter:
Telefon +43 512 5360 8366
oder per E-Mail:
post .frauen .gleichstellung .queer@innsbruck .g v .at
Wie geschieht diese Sensibilisierung?
Zum Beispiel durch Aktionen wie „16 Tage
gegen Gewalt“ . Sie ist auch Teil der Aufgaben unseres Referats . Etwa indem wir solche Aktionen unterstützen, indem wir uns
vernetzen und helfen, die richtigen Anlaufstellen aufzuzeigen . Im Fall von häuslicher
Gewalt etwa das Frauenhaus, StoP (Stadtteile ohne Partnerschaftsgewalt) oder das
Gewaltschutzzentrum . Letztlich sind wir
aber alle gefragt, hier mitzuhelfen . Und
gefordert, auch unsere eigenen Vorurteile zu hinterfragen . Ganz besonders wichtig ist es, schon jungen Menschen bewusst
zu machen, dass alle Menschen das Recht
auf körperliche wie geistige Unversehrtheit haben .
Wo sehen Sie besondere oder auch neue
Herausforderungen?
Erstens sollten wir nicht den Fehler begehen zu glauben, dass einmal Errungenes
für immer in Stein gemeißelt ist . Auch bestehende Rechte können wieder verloren
gehen . Leider müssen wir das weltweit gerade auch immer wieder beobachten .
Zweitens sind wir als Gesellschaft aufgefordert, Barrieren zu erkennen und aufzubrechen, die eine gleichberechtigte Teilhabe am Miteinander verhindern . Denn auch
das ist eine Form von Gewalt: Wenn gesellschaftliche Strukturen verhindern, dass
Personen ihr volles Potenzial ausschöpfen können . Es gibt hier bereits tolle Initiativen in Innsbruck, die diese Problematik
aufzeigen, etwa Catcalls of Innsbruck oder
Aktionstage wie der zum 8 . März oder der
Equal Pay Day .
Und drittens: Wir müssen endlich endgültig weg von der Täter-Opfer-Umkehr . Um
Gisèle Pelicot zu zitieren: „Die Scham muss
die Seite wechseln .“
Das Interview führte Iris Ullmann.
www.schuelerhilfe.at
Die Nachhilfe / 7x in Tirol
INNSBRUCK INFORMIERT
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