Innsbruck Informiert
Jg.2025
/ Nr.11
- S.5
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© STADTBIBLIOTHEK INNSBRUCK
Thomas Lechleitner (Geschäftsführer Zentrum Sexuelle
Gesundheit Tirol, 2. v. l.), Referentin Brigitta Kerer (1. v. l.)
und Sabrina Weirauch (2. v. r.), beide Strategisches
Gesundheitsmanagement und Public Health, sowie die
Referentin von Frauen, Gesundheit und Queer, Isabella
Mitter (1. v. r.), präsentieren das Präventionsprogramm
„Innsbruck intim“
Prävention hilft,
Bewusstsein schützt
Nachweislich 90 Prozent der Gewalttaten an Frauen werden durch ihr direktes
soziales Umfeld ausgeführt. Jede Tat ist eine zu viel. Die Stadt Innsbruck setzt auf
Prävention.
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INNSBRUCK INFORMIERT
zeigen sowie die mediale Aufmerksamkeit in den vergangenen Jahren gestiegen
sind. „Die Stadt Innsbruck nimmt das Thema ernst. Bereits im Zukunftsvertrag gab
die Stadtkoalition ein klares Bekenntnis
zum Frauengesundheitszentrum, zur Gewalt- und Transgenderambulanz ab. Darüber hinaus sprechen wir uns darin für
die Förderung von Schutz- und Präventionsmaßnahmen gegen Gewalt in allen Lebensbereichen aus“, stellt Bürgermeister
Ing. Mag. Johannes Anzengruber, BSc klar.
© C. FORC
HER
G
ewalt gegen Frauen meint Gewalt, die Frauen auf Grund ihres
Geschlechts erfahren bzw. die sie
überproportional häufig betrifft. Die Erhebung „Geschlechtsspezifische Gewalt
gegen Frauen und andere Formen von
interpersoneller Gewalt“ (2022), die von
Eurostat und dem Bundeskanzleramt in
Auftrag gegeben wurde, belegt, dass ein
Drittel der Frauen zwischen 18 und 74 Jahren in Österreich ab dem Alter von 15 Jahren im Laufe ihres Lebens körperliche und/
oder sexuelle Gewalt erfahren. Gewalt hat
viele Gesichter. Neben körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt sind auch
ökonomische und soziale Gewalt bedeutende Formen von Unterdrückung.
Die verschiedenen Gewaltformen schließen sich nicht gegenseitig aus, viele Frauen erleben mehrere Formen von Gewalt,
besagt die Studie. Immer noch ist das
Thema schambesetzt, auch wenn die An-
Innsbruck – es wird intim!
Die Stadt Innsbruck setzt heuer erstmals
einen Aktionsmonat zum Thema sexuelle Gesundheit gemeinsam mit dem
Zentrum sexuelle Gesundheit (ZSG) um.
Nicht zufällig wurde dafür der Monat November gewählt, in dem ab 25. November weltweit die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen“
durchgeführt wird. Gewaltprävention
und sexuelle Selbstbestimmung sind
untrennbar miteinander verbunden. Se-
„Es ist unerlässlich, Schutz- und
Präventionsmaßnahmen gegen Gewalt zu
fördern. Gewalt speziell gegen Frauen ist
durch nichts zu rechtfertigen. Opferschutz und
Täterarbeit müssen zusammenarbeiten, um das
gesellschaftliche Bewusstsein gegen Gewalttaten zu
schaffen.“
Bürgermeister Ing. Mag. Johannes Anzengruber, BSc
xuelle Gesundheit ist dabei ein zentraler
Bestandteil der sexuellen Selbstbestimmung und trägt wesentlich zum Schutz
vor Gewalt bei.
Unter dem Motto „Innsbruck – intim“ laden die Referate Gesundheitsmanagement und Public Health sowie Frauen,
Gleichstellung und Queer Bürgerinnen
und Bürger ein, sich aktiv mit dem Thema zu beschäftigen. Ideengeberin und Initiatorin Sabrina Weirauch ergänzt: „Je offener über Sexualität gesprochen werden
kann, desto besser können wir auch über
wichtige Vorsorge und Untersuchungen
sprechen und diese nutzen. So schützen
wir uns nicht nur gegenseitig vor sexuell
übertragbaren Krankheiten, sondern fördern auch ein Klima, in dem Offenheit und
Verantwortung zur Selbstverständlichkeit
werden. Je besser wir unsere eigene Sexualität verstehen, desto besser können wir
unsere Grenzen wahren und uns schützen.
Gestartet wird mit „Innsbruck – intim“ am
31. Oktober mit einem kleinen Infostand
in der Innenstadt. Dort gibt es erste Informationen zum Programm, Gewinnspiele
und Gespräche. Den Abschluss des Aktionsmonats bildet die Red Ribbon Gala am
28. November in der Ferrarischule Innsbruck, bei der Solidarität mit HIV-positiven Menschen im Vordergrund steht. Informationen zum Programm siehe Infobox
anbei
Hilfe, wenn sie gebraucht wird
Die Mobile Überwachungsgruppe der
Stadt Innsbruck (MÜG) kümmert sich innerhalb ihrer Befugnisse rund um die
Uhr um Recht und Ordnung im Stadtgebiet. Im Vordergrund steht der deeskalierende Weg. Selbstverständlich sind die
MitarbeiterInnen auch im Bereich des
Einsatztrainings geschult und aus Sicher-
heitsgründen mit einer entsprechenden
Schutzausrüstung ausgestattet. In potenziellen Gefahrensituationen ist allerdings
die Polizei zuständig. Bei einem akuten
Fall von Gewalt sollte deshalb immer so-
fort die Polizei unter der Nummer 133
kontaktiert werden. Mehr zum Thema Servicestellen und Kontaktmöglichkeiten auf
Seite 8 und 9. KR
Programm im Detail
Let´s Talk About Sex – der Filmabend ab 10 Jahren
Sexualität und Medien: „Love Simon“
Mittwoch, 5. November, 16.00–19.00 Uhr
im Leokino (Anichstraße 36)
für Jugendliche von 10 bis 15 Jahren gratis Snack und Getränk
kostenlose Tickets sichern (auch für Begleitpersonen) unter
www.sg-tirol.at/innsbruck-intim
+ Film, Preise und kurze Inputs – moderiert durch ZSG,
Infostände und Austausch
After-Work Drag – Liebe und Lust im Alter
Donnerstag, 13. November, 17.00–19.00 Uhr
im Treibhaus-Cafe Weiberwirtschaft
für alle Interessierten
offen, ohne Anmeldung
+ moderiert durch ZSG – Impulsvorträge & Dragshow
Erzählcafé „Queeres Leben und queere Sichtbarkeit in Innsbruck“
Freitag, 21. November, 18.00–20.00 Uhr
im Stadtteiltreff Höttinger Au
für alle Interessierten
mit Anmeldung unter www.sg-tirol.at/innsbruck-intim
lebende Bücher – moderiert durch ZSG – Raum für Austausch
Sexualität und Identität – Workshop für tinqa* Personen
Samstag, 22. November, 15.00–18.00 Uhr
Innenstadt, wird bei Anmeldung bekanntgegeben
offen für trans, inter, nicht-binäre, questioning, agender, * Personen
Anmeldung und Nachfragen unter isser@sg-tirol.at
moderierter Austausch und Reflexion durch ZSG
Schau mal rein - Offener Nachmittag für sexuelle Gesundheit
Mittwoch, 26. November, 14.00–18.00 Uhr
im Zentrum sexuelle Gesundheit (Kaiser-Josef-Straße 13)
alle Interessierten
Limitiertes Kontingent an kostenlosen Testungen – bitte voranmelden
unter www.sg-tirol.at/innsbruck-intim
Vortrag, Austausch, Begegnung, gratis Testungen
Weitere Details unter www.innsbruck.gv.at/innsbruck-intim