Innsbruck Informiert

Jg.2025

/ Nr.11

- S.8

Suchen und Blättern in knapp 900 Ausgaben und 25.000 Seiten.





vorhergehende ||| nächste Seite im Heft

Zur letzten Suche
Diese Ausgabe – 2025_Innsbruck_informiert_11
Ausgaben dieses Jahres – 2025
Jahresauswahl aller Ausgaben

Dieses Bild anzeigen/herunterladen
Gesamter Text dieser Seite:
Gemeinsam leben

Klare Sichtachsen, gute Beleuchtung
und großzügige Räume - die
Bahnhofsunterführung in Lienz ist ein
Vorzeigebeispiel für eine moderne Fuß- und
Radquerung in Österreich. Jene in Innsbruck
soll dieser um nichts nachstehen.

R

© ÖBB BRUNNE

bindung . Die Unterführung hingegen kann im Zuge der
Bahnsteigerneuerungen mitgebaut werden und bietet
durch die gerade Linienführung eine nutzerfreundliche, barrierefreie und ganzjährig nutzbare Lösung .

Wege für alle

Planung mit Perspektive

Die Stadt Innsbruck legt bei der Planung von Infrastrukturprojekten wie
der neuen Unterführung am Hauptbahnhof besonderes Augenmerk auf
das subjektive Sicherheitsgefühl.

Mehr als ein Tunnel
Unterführungen gelten oft als Orte, die
man möglichst schnell wieder verlässt .
Doch genau das soll beim neuen Projekt
am Hauptbahnhof anders sein . Breite
Wege, hohe Räume, gute Beleuchtung und
14

INNSBRUCK INFORMIERT

© C . FORC

HER

W

enn Wege sicher sind, werden sie
genutzt . Diese einfache Wahrheit ist zentral für eine Stadtplanung, die alle Menschen im Blick hat –
besonders jene, die sich im öffentlichen
Raum oft unsicher fühlen . Der geplante
Bau einer neuen Fuß- und Radwegunterführung am Innsbrucker Hauptbahnhof
zeigt beispielhaft, wie technische Notwendigkeiten und soziale Verantwortung
zusammengehen können .

„Gute Stadtplanung schützt. Sie
schützt, weil sie Menschen in ihrer
Vielfalt sieht und Räume schafft,
in denen sich alle wohl und sicher
fühlen können.“
Stadträtin Janine Bex, BSc

In der Planung spielt das subjektive Sicherheitsgefühl eine zentrale Rolle . Die Unterführung wird so gestaltet, dass sie keine verwinkelten Abschnitte oder
dunklen Nischen aufweist . Ein taktiles Leitsystem unterstützt Menschen mit Sehbeeinträchtigungen, Rufknöpfe und Videoüberwachung könnten zusätzliche
Sicherheit bieten . „Wir planen für Menschen, nicht für
Durchschnittswerte . Jede und jeder soll sich sicher
fühlen – egal zu welcher Uhrzeit, welches Geschlecht,
Alter, welche Hautfarbe oder sexuelle Orientierung“,
so Bex . „Eine Stadt, in der sich Menschen angstfrei bewegen können, ist eine Stadt, die Gleichstellung ernst
nimmt .“

Gelebte Gleichberechtigung
klare Sichtachsen sollen dafür sorgen, dass
sich alle Menschen sicher fühlen – ob frühmorgens, spätabends oder mitten in der
Nacht . „Sicherheit entsteht nicht nur durch
bauliche Normen, sondern durch das Gefühl, gesehen zu werden . Wenn Wege hell,
übersichtlich und belebt sind, stärkt das
das Vertrauen in den öffentlichen Raum“,
betont Stadträtin Janine Bex, BSc .

Eine Brückenlösung wäre aus technischer
Sicht nicht zielführend gewesen . Gesetzliche und bauliche Vorgaben schreiben eine
Mindesthöhe von zehn Metern über den
Gleisen vor, was eine rund elf Meter hohe
Rampe mit vier bis fünf Wendelrunden bedeutet hätte – für Radfahrende, Eltern mit
Kinderwagen oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen keine attraktive Ver-

Die neue Unterführung soll nicht nur eine Verbindung zwischen Stadtteilen schaffen, sondern auch
ein Symbol dafür sein, dass Sicherheit Teil der Gleichstellungspolitik ist . Denn öffentliche Räume, in denen
man sich sicher fühlt, stärken Teilhabe, Vertrauen und
Lebensqualität . „Sichere Wege sind sichtbare Zeichen
dafür, dass wir niemanden zurücklassen – weder im
Verkehr noch im gesellschaftlichen Leben“, sagt Bex
abschließend . DJ
INNSBRUCK INFORMIERT

15