Innsbruck Informiert
Jg.2025
/ Nr.9
- S.8
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Gesamter Text dieser Seite:
Gemeinsam leben
© CHRISTIAN
Belebter Stadtraum statt graue Straße:
Ein „Supergrätzl" in Wien zeigt, wie urbane
Lebensqualität aussehen kann.
FÜRTHNER
Mehr Raum für Menschen
Wie sieht eine Stadt aus, in der sich alle Menschen sicher, selbstständig und
gern bewegen? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer gerechten, inklusiven
Stadtplanung – und genau dort setzt das Konzept der Superblocks an.
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INNSBRUCK INFORMIERT
© C. FORC
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in Superblock fasst mehrere Häuserblöcke zu einer Einheit zusammen. Der motorisierte Durchzugsverkehr wird umorganisiert, Zufahrten
bleiben möglich – doch der Straßenraum
verändert sich grundlegend. Es entstehen sichere Wege für zu Fuß Gehende und
Radfahrende, Plätze zum Verweilen, neue
Grünflächen und Spielbereiche für Kinder.
Der Lärm nimmt ab, die Luft wird besser,
und der gewonnene Platz schafft Raum
für Begegnung, Bewegung und Erholung
direkt vor der Haustür. Der öffentliche
Raum wird wieder zu einem Ort für Menschen – unabhängig davon, wie schnell sie
sich fortbewegen oder wie mobil sie sind.
„Superblocks sind ein Baustein für die Stadt
der kurzen Wege“, sagt Mobilitätsstadträtin Janine Bex, BSc. „Sozial, klimagerecht
und inklusiv. Sie machen sichtbar, wie viel
Lebensqualität entsteht, wenn wir Platz
für Menschen schaffen.“ Denn wer zu Fuß
oder mit dem Rad unterwegs ist, braucht
gut gestaltete Wege, Orientierung und Aufenthaltsqualität – keine Abkürzung für den
Durchzugsverkehr. Superblocks zeigen, wie
eine solche Umverteilung des Raums ge-
„Barrierefreiheit ist kein Extra, das man
nachträglich dazudenkt. Sie ist der
Ausgangspunkt für eine Stadt, in der sich
alle Menschen sicher, selbstbestimmt und mit
Freude bewegen können – im Alltag, im Quartier
und mitten im Leben.“
Stadträtin Janine Bex, BSc
lingen kann: alltagstauglich, nachhaltig
und mit einem klaren Fokus auf jene, die
unsere Stadt täglich beleben.
Barrierefreiheit
Wo zuvor Bordsteine, enge Gehwege oder
unübersichtliche Querungen den Alltag erschwerten, sorgen nun niveaugleiche Übergänge, gut erkennbare Wegführungen und
ausreichend Platz für mehr Sicherheit und
Selbstständigkeit. Studien zeigen: In Superblock-Gebieten verbessert sich die Zugänglichkeit von ursprünglich 89 auf fast
hundert Prozent – ein deutlicher Fortschritt,
der vor allem älteren Menschen, Menschen
mit Behinderungen oder Familien mit Kinderwägen und Kleinkindern zugutekommt.
Doch Barrierefreiheit endet nicht bei der
Beweglichkeit. Superblocks schaffen Struk-
turen, die auch das soziale Miteinander stärken: Quartierscafés, kleine Plätze, Nachbarschaftsgärten und lokale Nahversorgung
fördern Begegnung und machen das eigene Wohnumfeld lebendiger. Besonders für
Menschen, die auf kurze Wege im Alltag angewiesen sind, wird das direkte Wohnumfeld dadurch zum zentralen Lebensraum.
Und mit zusätzlichen Grünflächen, hellen
Belägen und schattenspendenden Bäumen
leisten Superblocks zugleich einen wichtigen Beitrag zum Stadtklima – gerade in heißen Sommermonaten wird der Aufenthalt
im öffentlichen Raum dadurch angenehmer und gesünder.
Lebendige Quartiere
zept früh erlebbar zu machen. Pop-upPlätze, Nachbarschaftsfeste oder mobile
Sitzgelegenheiten zeigen, wie lebendig ein
Superblock sein kann – noch bevor bauliche Verbesserungen beginnen.
Auch in Innsbruck rücken solche Projekte zunehmend in den Fokus. „Unser
Ziel ist eine Stadt, in der sich alle Menschen selbstbestimmt bewegen können.
Wo man sich begegnet, wohlfühlt und
gut zurechtkommt – unabhängig von Alter, Einkommen oder körperlicher Verfassung“, betont Janine Bex. „Barrierefreiheit
ist mehr als nur ein Leitsystem oder eine
Rampe. Sie ist Teil einer Stadt, die für alle
da ist. Und genau deshalb überprüfen wir
gerade die Superblock-Potenziale in Innsbruck und mögliche Umsetzungen.“
Gelegenheit, das Konzept hautnah zu erleben, bietet sich im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche am 18. September
nachmittags vor dem Haus der Musik - bei
der interaktiven Ausstellung zu Superblocks kann man ins Gespräch kommen,
ausprobieren und Einblicke in den Prozess
erhalten. DJ
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Was ist für Sie eine gerechte Stadt?
Eine gerechte Stadt ist eine, in der sich alle Menschen sicher,
selbstbestimmt und willkommen fühlen – unabhängig von Einkommen, Alter oder Mobilität. Dafür braucht es nicht nur sozialen
Wohnbau, sondern auch fair verteilten öffentlichen Raum.
Warum setzen Sie auf neue Konzepte wie Superblocks?
Weil wir den Mut brauchen, neue Wege zu gehen. Superblocks
ermöglichen mehr Grün, mehr Ruhe, mehr Lebensqualität – und
sie fördern Barrierefreiheit ganz konkret. Das ist Stadtplanung
mit Zukunft.
Wie können BürgerInnen mitgestalten?
Indem sie ihre Erfahrungen einbringen, etwa bei Beteiligungsverfahren. Stadtentwicklung soll nicht über die Köpfe der
Menschen hinweg geschehen, sondern gemeinsam mit
ihnen – für ein kinder- und klimagerechtes Innsbruck.
EVENTHIGHLIGHTS.
Das erwartet Sie im Herbst und Frühjahr:
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Viele Städte setzen in der Umgestaltung
auf temporäre Maßnahmen, um das Kon-
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